Body

Max, West-Highland-Terrier, 10 Jahre

Max kam nach einer doppelten schweren Bandscheibenoperation mit Nervennaht zur Reha-Behandlung in meine Praxis. Er konnte nicht stehen und hatte keinerlei Reflexe an seinen Hinterbeinen. Die Prognose der behandelnden Tierärzte lag bei 40 %, dass er je wieder laufen würde.

Es wurde eine langfristige Therapie ( mindestens 6 Monate) mit Hausaufgaben für die Besitzerin vereinbart. Denn nur, wenn viele Übungen mehrmals am Tag auch zu Hause ausgeführt werden, kann die Therapie erfolgreich sein.

In der Praxis bekam Max alles, was ihm auf die Beine helfen konnte. Magnetfeldtherapie, Lasertherapie, Massagen mit Krankengymnastik und sobald die Wunde verheilt war, musste er zusätzlich in das Unterwasserlaufband. Hier machte er dann auch sein ersten Schritte nach der OP. Von nun an ging es "bergauf". Einige Zeit später konnte er mit Gewichtsunterstützung einige Schritte  alleine laufen. Sehr wackelig zwar, aber so gewann er auch Selbstvertrauen zurück. Bei kurzen Spaziergängen im eigenen Garten bellte Max wieder fremde Hunde an. Nach ca. 3 Monaten konnte er ohne Gewichtsunterstützung, nur mit der Sicherheit der Leine schon kurze Ausflüge unternehmen. Heute, ein Jahr nach den Operationen, läuft Max zwar nicht wie früher, aber für die Schwere seiner Erkrankung besser als ursprünglich erwartet. Er ist schmerzfrei und wieder Chef im Hunderudel.

 

Finnley, Scotish Deerhound, 14 Monate

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Finnley war 3 Tage in der Tierklinik, aber eine Ursache für seine Schmerzen wurde nicht gefunden

Finnley, lahmte auf einem Vorderbein, als er mir vorgestellt wurde. Er hatte starke Schmerzen, konnte deshalb keine Nacht durchschlafen und weinte sehr viel. Sein Verhalten war weit entfernt von dem eines jungen heranwachsenden Hundes.

Nachdem Schmerzmittel keine Linderung brachten und das Röntgenbild keinen Hinweis auf eine Ursache lieferte, wurde Finnley stationär in eine Tierklinik aufgenommen. Dort wurden verschiedene diagnostische Verfahren angewandt, um die Ursache für die Schmerzen und damit der Lahmheit zu finden. Aber nach 3 Tagen wurde Finnley ohne eine Diagnose entlassen.

Die Besitzer hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass Finnley überhaupt gesund wird. Nur, um nicht alles unversucht zu lassen, wurde er in meiner Praxis vorgestellt. Ich stellte schnell mehrere Blockaden in der Wirbelsäule fest und vermutete, dass Finnley, bevor er zu den Besitzern kam (2 Monate zuvor), einen Unfall hatte, z. B. eine Treppe herunter gefallen sei. Die Blockaden waren so zahlreich, dass sie nicht von einem einfachen unglücklichen Sturz beim wilden Toben verursacht werden konnten. Finnley hatte nicht nur Schmerzen im Vorderbein, sondern entlang des ganzen Rückens. Ich begann also diese Blockaden zu lösen. Das Lösen kann schmerzhaft sein und Finnley versuchte mehrfach, sich der Behandlung zu entziehen. Aber nach rund 90 Minuten war es geschafft und Finnley wurde entlassen. Aufgrund dessen, dass diese Blockaden schon lange bestanden und so große Schmerzen verursacht hatten, würde die Heilung ein paar Tage dauern. Finnley sollte in dieser Zeit geschont werden und weder frei laufen noch springen. Nach einer Woche kam Finnley zur Kontrolle. Die Freude war auf allen Seiten groß: Finnley war lahmfrei und hatte endlich (!) einen entspannten Gesichtsausdruck. Die Besitzer erzählten glücklich „Finnley schwebt über den Strand“.

Heute macht es Spaß, Finnley in der Bewegung zu sehen. Als Windhund rennt er glücklich über Wiesen und Felder.